Fraunhofer-Studie: Social-Networking-Portale gefährden Privatsphäre
26.09.2008 von André BräklingLaut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (kurz SIT) gefährden Social-Networking-Portale die Privatsphäre. Hier geht es jedoch nicht darum, dass die Benutzer zu unachtsam ihre eigenen Daten veröffentlichen, sondern darum, dass keiner der getesteten Anbieter die persönlichen Daten der Nutzer umfassend schützt. Zwar konnten die Forscher in fast jedem getesteten Bereich ein Angebot finden, dass die Bedingungen gut erfüllte, jedoch konnte keines rundum überzeugen.
Alle Tests wurden aus der Sicht eines regulären Nutzers vorgenommen. Jedoch wird klar betont, dass es sich weder um eine vollständige Sicherheitsanalyse handele, noch dass der Test rechtliche Anforderungen des Datenschutzes bewerten lasse. Vielmehr sollen den Nutzern einige Hinweise zur Nutzung der Anbieter und den Anbietern entsprechend Verbesserungsvorschläge mitgegeben werden.
Laut der Studie soll Facebook im Vergleich der Anbieter für den privaten Bereich am besten abgeschnitten haben, wobei auch dieser Dienst erhebliche Schwächen aufweise. MySpace, studiVZ und wer-kennt-wen platzierten sich im Mittelfeld, lokalisten bildete das Schlußlicht.
Im Vergleich der Geschäftsplattformen schlug LinkedIn die deutsche Plattform XING, da auf der einen Seite Pseudonyme erlaubt waren, und auf der anderen Seite die Abmeldung leichter durchführbar war.
Eine Zusammenfassung findet sich auf Seite 119 der Studie, die sich auf der Webseite des Fraunhofer-Institut SIT herunterladen lässt. Leider erlaubt das Institut kein Deep-Linking, aber der Download ist über die Startseite leicht zu finden: Einfach links im Menü auf “Presse/Download” klicken und dort den Beitrag “Social-Networking-Portale gefährden Privatsphäre” vom 25.9.2008 aufrufen. Alternativ findet sich auch ein direkter Downloadlink bei der Zusammenfassung von Golem.de.
Das Dokument ist für jeden Social-Networker einen Blick wert, da die Ergebnisse teilweise erschreckend sind. (Wenn auch nicht jedes Ergebnis wirklich neu oder überraschend ist, z.B. der Kritikpunkt “Aushebeln von Teilen der Zugriffskontrolle über die Suchfunktion” bei studiVZ.) Erst recht, wenn man weiß, welcher Beliebtheit sich diese Systeme erfreuen, z.B. unter deutsche-startups.de nachzulesen (via BasicThinking), ist diese Studie enorm wichtig.
Bildquelle: Fraunhofer-Institut SIT Pressebereich zur genannten Studie.
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