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Kommunikation

Herzlich willkommen!

André BräklingDies ist mein Blog, auf dem ich unter anderem über Usability, Development, Webdesign und Kommunikation schreibe.
Zur Zeit steuere ich auf das Ende meines Studiums im Studiengang Technik-Kommunikation an der RWTH Aachen zu und arbeite nebenher als Webentwickler.

Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

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Google Chrome und die schizophrene Gesellschaft06

Eigentlich wollte ich es bei einem Artikel über Google Chrome belassen. Aber die Unmengen an Nachrichten und kontrovers geführten Diskussionen zu diesem Thema haben in mir das Bedürfnis geweckt, nochmals einige Zeilen zu schreiben. Konkret möchte ich dabei doch genauer auf den Datenschutz sowie auf die Veröffentlichung einer Beta eingehen.

Datenschutz und Google
Fakt ist, dass der Datenschutz heutzutage ein enorm wichtiges Thema ist – und sei es nur, damit der Normalbürger von unerwünschter Werbeflut verschont bleibt. Fakt ist aber auch, dass ein Dienstleister wie Google nunmal ohne das Sammeln von Daten nicht konkurrenzfähig sein kann. Immerhin besteht die Hauptdienstleistung nach wie vor aus Suchdiensten im Datendschungel Internet. Auch in der Werbebranche ist es notwendig möglichst hochwertigen Traffic zu erzeugen, was natürlich dadurch gelingt, dass man die gezeigte Werbung möglichst stark auf die Interessen des potentiellen Kunden zuschneidet.

Wichtig ist dabei aber der sensible und kompetente Umgang einzelner Bürger mit ihren persönlichen Daten. Denn Google sammelt die benötigten Daten nicht durch Einbrüche in unsere Wohnungen, sondern greift einfach auf das zurück, was unsereins veröffentlicht. So regt man sich nun in unserer Gesellschaft darüber auf, dass Google Daten sammelt, und geht anschließend bei verschiedenen Community-Portalen die letzten Partybilder veröffentlichen – natürlich im eigenen Profil mit Passbild, Gerburtsdatum, Hobbies, Lieblingsmusik, Freundesliste und so weiter. Auf mich wirkt das alles ein wenig schizophren. Irgendwie erinnert mich die Datenschutzdebatte an die Killerspieldiskussion. Statt nun in blindem Aktionismus neue Gesetze und Verbote zu erlassen sollte man lieber endlich anfangen die Menschen darüber zu informieren, wie sie in den weiten des Internets mit ihren Daten umgehen sollten.

Die gefährliche Betaversion
In die gleiche Kerbe schlägt ein anderes Problem: Nun wandert durch die Medien, dass das Bundesamt für Sicherheit vor Chrome warnt [Golem]. Hier geht es anscheinend eher sekundär darum, dass es Datenschutzprobleme gibt, sondern darum, dass Google eine unfertige Betaversion veröffentlicht hat. Diese weist natürlich einige Fehler auf, wodurch auch die ein oder andere Sicherheitslücke entsteht. Google wird nun vergeworfen, dass es mit seiner Marktmacht ein unfertiges Produkt veröffentlicht und somit unerfahrene Nutzer diesen Sicherheitsprobleme ausliefert. Irgendwie erinnert mich dies an das Sprichwort, welches besagt: Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt’s an der Badehose.

Denn man sollte folgendes bedenken:

  • Ein erfahrener Nutzer sollte wissen, dass eine Betaversion Fehler enthalten kann, und dass er eine solche nicht für den Produktiveinsatz nutzen sollte.
  • Ein unerfahrener Nutzer sollte nicht alles was ihm angeboten wird auf seinen Rechner laden und benutzen (auch wenn es keine Betaversion ist), sondern sich zunächst einmal informieren. Hier liefert Google höchstpersönlich übrigens brauchbare Informationen, wenn man nach “Google Chrome” oder “Google Chrome Sicherheit” sucht.

Hinzu kommt, dass es doch die Medien selbst waren, die Google Chrome direkt zum Start eine solche Popularität sicherten. So widmet selbst die Tagesschau dem Konzern ein eigenes Dossier zum 10. Geburtstag.

Auch hier läßt sich wieder nur ein Fazit ziehen: Es wird endlich Zeit, dass man sich um eine entsprechende Ausbildung der Medienkompetenz der Gesellschaft kümmert. Nicht nur in Bezug auf den Umgang mit ihren Daten, auf die Verwendung der Wikipedia oder angeblich bösartige Spiele, sondern auch darüber, was man sich aus dem Internet herunterladen sollte und was eine Betaversion ist. Denn dann wäre so mancher Aufreger vermeitbar – und das ist gut für die Gesundheit!

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