Mal die Flattr machen…

05.07.2010 von André Bräkling

flattr - ScreenshotGanz ehrlich? Als ich das erste Mal von dieser Flattr-Sache gehört habe, dachte ich, dass sich das genausowenig durchsetzen kann, wie all die anderen Spendensysteme auf Webseiten. Doch jetzt, nachdem die ersten Erfahrungsberichte ihren Weg in’s World Wide Web gefunden haben, muss ich zugeben, dass ich mich offenbar geirrt habe. Obwohl sich der Dienst zur Zeit noch in einer Beta-Phase befindet und die Teilnahme erst nach Einladung oder Warteschlange möglich ist, scheint sich der Dienst bereits großer Beliebtheit zu erfreuen. Also habe ich mich entschieden, auch selbst einen Testlauf zu starten. In diesem Beitrag erkläre ich worum es geht… und abschließend habe ich noch drei Einladungen zu vergeben. :)

Man könnte Flattr als Social-Money-Sharing-Dienst bezeichnen. Jeder Nutzer lädt einen beliebigen Betrag via Paypal oder Kreditkarte auf sein Flattr-Konto. Zusätzlich wird eingestellt, wieviel Geld man davon monatlich ausgeben möchte. Anschließend kann man entweder auf der Seite selbst nach Inhalten suchen, für die eine Spende möglich ist, oder einfach beim Surfen auf die Flattr-Buttons (wie z.B. hier oben rechts über dem Artikel) achten. Ist der Inhalt interessant, dann genügt ein Klick auf den Button, um eine Spende abzusetzen. Dazu wird das monatliche Budget entsprechend der Klicks fair aufgeteilt. Klickt man also nur einmal im Monat, wird dieser Klick mit dem höchstmöglichen Betrag vergütet, klickt man hingegen zehnmal, dann erhält jeder seinen Anteil. Durch die monatliche Grenze (kombiniert mit dem notwendigen manuellen Aufladen via Paypal oder Kreditkarte) sind dabei böse Überraschungen ausgeschlossen: Mehr als sein Guthaben kann man nicht ausgeben. Klickt man einen ganzen Monat auf keinen Button, dann wird der monatliche Betrag einem guten Zweck gespendet.

Nun gehört “Geld ausgeben” aber nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen des modernen Homo sapiens. Viel interessanter ist natürlich für die meisten Nutzer, wie sich mit Flattr auch etwas verdienen lässt. Dazu kann man seine eigenen Inhalte z.B. über das entsprechende WordPress-Plugin mit Buttons versehen oder über ein Formular auf der Webseite eintragen, um den zugehörigen Code zu erhalten. Ab dann gilt: Guten Content produzieren und auf Klicks hoffen.

Einen Haken hat die Sache jedoch, was sicherlich ein Grund für den Erfolg des Dienstes hat: Verdienen kann nur derjenige, der selbst aktiv teilnimmt. Einfach anmelden und ohne eigene Spende auf einen Geldsegen hoffen funktioniert also nicht. Dadurch ist sichergestellt, dass jeder Teilnehmer wirklich an dem System interessiert ist, und dass der Sinn des Konzeptes erhalten bleibt. Wer regelmäßig guten Content produziert kann folglich auch etwas verdienen, und wer einfach nur konsumieren möchte, hat eine einfache und sichere Möglichkeit hin und wieder “Danke” zu sagen. Ein sehr interessantes Konzept, das vielleicht auch langfristig überleben kann. Apropos überleben: Bei Einzahlungen behält Flattr lediglich die Gebühr des verwendeten Dienstes (z.B. PayPal) ein, während vom Einkommen über die Flattr-Button 10% als Gebühr für den eigenen Betrieb eingehalten werden.

Um es selbst einmal ausprobieren zu können, muss man sich derzeit auf eine Warteliste setzen lassen… oder eingeladen werden. Jetzt also zu den versprochenen Einladungen: Die ersten drei Kommentatoren, die eine gültige Mailadresse angeben, und die im Kommentartext explizit erwähnen, dass sie einen Einladungscode haben möchten, erhalten kurz darauf eine Mail mit ihrem Code. Jetzt schonmal: Viel Spaß damit!

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