EA demonstriert virales Marketing
13.11.2008 von André BräklingDas Web 2.0 bietet vieles – insbesondere in Bezug auf Nutzerinteraktion. Aber dieser Rahmen ist natürlich auch wie geschaffen für sogenanntes virales Marketing (“Viral-Marketing”). Der Unterhaltungssoftwaregigant Electronic Arts hat nun sehr eindrucksvoll demonstriert, wie so etwas funktionieren kann. Angefangen hat alles mit einem YouTube-Video des Nutzers Levinator25, das einen Bug im EA-Sports-Titel “Tiger Woods PGA Tour 08″ demonstrieren sollte. So präsentiert er im Video “Tiger Woods PGA Tour 08 Jesus Shot”, wie Tiger Woods im Spiel über das Wasser läuft. Die Bug-Demo erreichte beachtliche 688.963 Aufrufe via YouTube.
Nun könnte man meinen, EA würde durch das Video auf den Fehler aufmerksam und schnell einen Patch nachreichen. Doch weit gefehlt – zwar ist das Video offensichtlich bei EA angekommen, wurde aber nicht von der Entwicklungsabteilung, sondern von den Werbestrategen verwertet. Diese erstellen ein eigenes Video, dass in Werbeform auf das Ursprungsvideo von Levinator25 Bezug nimmt… und erreichten damit via YouTube 2.421.450 Aufrufe (also fast vervierfacht). Alles nur dadurch, dass das Web 2.0 mit einer Portion Witz genutzt wurde… die Weiterverbreitung erfolgt “viral” durch Beiträge wie diesen hier. Nun mag manch einer Fragen: “Na, und wieso unterstützt du Depp so eine Werbung?” Klare Antwort: Ich finde die Idee witzig und genial, da trage ich es auch gerne mal kostenlos weiter. Aber nun die Videos:
Levinator25 – “Tiger Woods PGA Tour 08 Jesus Shot”:
EA Sports – “Tiger Woods 09 – Walk on Water”:
Nun gibt es natürlich auch einige Stimmen, die davon ausgehen, dass schon das Levinator25-Video von EA gestreut wurde. Halte ich für unwahrscheinlich, würde aber auch an der guten Idee nicht viel ändern. Wobei eine geistesgegenwärtige Reaktion des Marketings natürlich das größere Kunststück wäre, als eine vollständig geplante Kampagne.
Der Unterhaltungswert ist auf jedenfall höher als bei 90% der Spots, die mich im TV berieseln.
Via Website Boosting.
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