HORN-6: Forscher entwickeln Hologramm-Grafikkarte
von André Bräkling
Mal wieder Neuigkeiten aus Japan zum Thema Hologramme. Forscher haben eine Grafikkarte entwickelt, die computer-generierte Hologramme (CGH) mit bis zu 1 Million Bildpunkten erzeugen kann. Zwar ist zur mehr oder weniger sinnvollen Anwendung (~1 fps, also ein Bild pro Sekunde) derzeit noch ein Cluster aus 4 Rechnern mit jeweils 4 HORN-6-Karten notwendig, aber die Ingenieure wollen die Leistung der Karten weiter ehöhen, um solch komplexe Berechnungen eines Tages in Echtzeit abwickeln zu können.
Eine einzelne der Holgramm-Grafikkarten schafft bei der Umrechnung eines 1920×1080-LCD-Bildes zur Zeit gerade einmal 0,08fps, also ein Bild in rund 12 Sekunden. Reduziert man die Zahl der Punkte auf 100.000, dann kann zumindest der Cluster knapp 10fps liefern, was immerhin schon einmal ein ruckeliges Bewegtbild ergibt. Damit die Animation für das menschliche Auge flüssig wirkt, sollten es mindestens 25fps sein. Aber genug gemeckert, denn für ein mickriges Bild benötigt ein P4 mit 3,4GHz 1 Stunde, 16 Minuten und 14 Sekunden. Natürlich wäre es nun interessant, welche Rechenzeit eine moderne GPU aufbringen müsste, aber ein solcher Versuch scheiterte wohl an der weniger flexiblen Programmierbarkeit der Karten.
Einen vollständigen Bericht findet ihr bei Ars Technica oder in einer zusammengefassten, deutschen Fassung bei Golem. Außerdem kann das Paper der Wissenschaftler bei Optics InfoBase kostenlos als PDF heruntergeladen werden, hinzu kommen noch drei Demovideos.
Immerhin bleibt noch etwas Zeit zur Optimierung der 6. HORN-Generation, denn das fertige Hologramm, das mittels eines vom MIT entwickelten Laserverfahrens erzeugt wird, ist lediglich monochrom und wirkt nur aus dem passenden Blickwinkel räumlich. Bis die technischen Schwierigkeiten bei der Darstellung überwunden sind, wird sicherlich auch die “HOlographic ReconstructioN“-Technologie viel weiter sein… und dann können wir nochmal über das 3D Desktop Concept sprechen oder uns auf eine Partie Holo-Schach freuen.
Bildquelle: Die Kopfgrafik ist ein zugeschnittener Screenshot aus einem der HORN-6-Demovideos, die sich in der Optics InfoBase finden.
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