Ubuntu 8.10 Intrepid Ibex: Die Betaversion ist da
04.10.2008 von André BräklingEnde des Monats soll der unerschrockene Steinbock als finale Version zur Verfügung stehen, doch zuvor gibt es jetzt natürlich eine Betaversion zum Download. Diese Version sollte noch nicht für den Produktiveinsatz verwendet werden, sondern richtet sich an freiwillige Tester. An der Featureliste hat sich nicht mehr viel geändert (Samba 3.2, PAM authentication framework sind nach Alpha 5 und ein Totem BBC plugin nach Alpha 6 hinzugekommen), jedoch kämpft auch Ubuntu mit dem in Kernel 2.6.27 enthaltenen e1000e-Bug, der zu Beschädigungen an Intel GigE Netzwerkhardware führen kann.
Durch diesen Bug überschreibt der Treiber anscheinend Speicherbereiche auf den zugehörigen EEPROMS. In Folge dessen entstehen fehlerhafte Prüfsummen, die die Hardware unbrauchbar machen. Aus diesem Grund wurde der e1000e-Treiber in der Betaversion von Ubuntu 8.10 deaktiviert, eine Nutzung entsprechender Hardware ist also auf diesem System nicht möglich. Unter den Known Issues der Technical Overview findet sich deshalb folgender Eintrag:
A problem that could result in corruption of the firmware on Intel GigE ethernet hardware has led to the disabling of the e1000e driver in the Linux kernel included in Ubuntu 8.10 Beta. Ethernet devices that use this driver cannot be used with Ubuntu 8.10 Beta; support for this hardware will be re-enabled in daily builds immediately after Beta and this issue will be resolved for the Ubuntu 8.10 final release.
Frei übersetzt:
Ein Problem, dass zur Zerstörung der Firmware der Intel GigE Ethernet Hardware führen kann, hat zur Folge, dass der e1000e-Treiber des in Ubuntu 8.10 Beta verwendeten Linuxkernels deaktiviert wurde. Netzwerkgeräte, die diesen Treiber verwenden, können nicht mit Ubuntu 8.10 Beta genutzt werden; die Unterstützung für solche Geräte wird unverzüglich nach der Beta in folgenden Daily Builds (Anmerkung: weitere Versionen des Systems) reaktiviert. Außerdem wird das Problem in der finalen Version von Ubuntu 8.10 gelöst sein.
In diesem Zusammenhang möchte ich meine Kritik an der Verwendung des Kernels 2.6.27 wiederholen. Dieser steht weiterhin nur als RC-8 (Release Candidate Nr. 8 ) zur Verfügung. Zwar soll kein weiterer RC folgen, was auf ein baldiges erreichen des Final-Status hinweist, sicher ist dabei aber nichts. Somit läuft der Steinbock Gefahr, mit einem nicht finalen Kernel ausgeliefert zu werden. Zwar muss dies bei einer “fast fertigen” Version nicht zwingend problematisch sein, aber der e1000e-Bug zeigt, dass die 2.6.27 anscheinend noch nicht so weit ist.
Nicht falsch verstehen: Wenn man ein komplexes System, wie es eben die Distribution Ubuntu ist, nach einer festen Zeittafel entwickelt, kommt man teilweise nicht an der Verwendung von nicht ganz finalisierter Software herum. Da häufig kein genaues Datum bis zur finalen Version eines Bestandteils bekannt ist, kommt eine Verschiebung des Zeitplans oft nicht in Frage. Aber die Einbindung eines noch fehlerhaften Kernels ist, trotz anscheinend deutlich besserer Hardwareunterstützung, in meinen Augen fahrlässig.
Neu ist so etwas jedoch nicht: Die 8.04 lieferte einen Release-Kandidaten des Firefox 3 aus, um für diesen einige Tage später das Update auf die finale Version nachzureichen. Da aber gerade Browser sicherheitskritische Software sind, hätte ich es bevorzugt, wenn man den vielleicht umständlicheren Weg gegangen wäre, Version 2 auszuliefern und dann einige Tage später vollständig auf die finale Version 3 zu aktualisieren.
Ich würde demnach grundsätzlich nicht dazu raten, sofort auf Version 8.10 zu wechseln, falls der Kernel 2.6.27 bis dahin nicht finalisiert ist. Dummerweise kenne ich aber meine eigene Neugier und werde das Update vermutlich dennoch zeitnah zum Erscheinen einspielen. Falls ihr also Anfang November nichts mehr von mir hört, solltet ihr mit dem Update noch etwas warten.
Update: Bei Golem.de gibt es ein paar Screenshots. Zudem wird angemerkt, dass Kubuntu KDE 4.1.2 und den grafischen Paketmanager Adept 3.0 enthält.
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