[Update 2] Erotikunternehmer und ungeliebte T-Mobile-Kundendaten

07.10.2008 von André Bräkling

Update: Laut heise online prüft die Staatsanwaltschaft Bonn, ob sie das eigentlich im Juni 2008 von der Staatsanwaltschaft Köln eingestellte Verfahren (siehe Artikel) übernimmt.

Update 2: Golem.de bietet einen Pressespiegel zum Thema, u.a. auch Auszüge von einem Gespräch von Bundesdatenschützer Schaar mit dem Tagesspiegel. Das Nachrichten-Potpourri wendet sich insbesondere gegen den Telekom-Vorstandsvorsitzenden Obermann. Selbst der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat sich den Rücktrittsforderungen angeschlossen.

Heise online meldet seit heute morgen, dass der Mainzer Erotikunternehmer Huch seit zwei Jahren eine Kopie der 2006 entwendeten T-Mobile-Kundendaten besitze, anscheinend durch das Angebot eines Österreichers. Nach eigenen Angaben informierte er T-Mobile umgehend – dort teilte man ihm mit, man würde die Polizei informieren und er solle die Daten sichern. Seitdem lagern die Datensätze auf seinem Rechner.

In diesem Jahr hat er zudem Justizministerin Zypries bei einem zufälligen Treffen auf das Thema angesprochen und es folgte tatsächlich eine prompte Reaktion: ein Konzernsicherheitsbeauftragter der Telekom meldete sich. Huch war zu dem Zeitpunkt nicht erreichbar, seine Rückrufversuche blieben, wie er sagt, erfolglos.

Bis heute sind die Daten bei ihm gespeichert und so wartet er weiterhin auf eine Kontaktierung durch die Polizei oder Staatsanwaltschaft. Die Daten seien auch für ihn ein Risiko, zudem könne er nicht verstehen, dass er die Daten aufbewahren muss. Immerhin soll es möglich sein, mit der Datenbank bei geschicktem Vorgehen bis zu 50 Millionen Euro in einem Jahr zu verdienen.

Fraglich wird dadurch natürlich die Aussage der Telekom, die Daten würden sich nicht im Umlauf befinden. Ebenso soll auch der Aufsichtsrat des Unternehmens keine Informationen über den Vorfall erhalten haben. Aufgeklärt wird der Fall anscheinend nicht – laut heise online wurden die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Köln im Juni diesen Jahres eingestellt. Besonders ärgerlich, da Huch angibt, er hätte bereits damals Informationen zur möglichen Identität des Österreichers mitgeteilt, aber ohne das dies irgendwelche Folgen gehabt hätte.

Das vollständige Interview der taz mit Tobias Huch findet sich hier.

Weitere Artikel zum Thema:

Kommentar schreiben

Kommentarregeln [In neuem Fenster öffnen]
Kommentare auf Braekling.de per RSS-Feed verfolgen

Dein Kommentar:

 
© 2003-2010 André Bräkling - Icons by Zlwo.com, BlogPerfume.com and famfamfam.com.