First Facts: Windows 7 “Seven”
29.10.2008 von André BräklingBereits Anfang Oktober wurde angekündigt, dass die neue Windows-Version auf der PDC 2008 vorgestellt und als Pre-Beta an Entwickler verteilt werden soll. Kurz darauf wurde ebenso bekannt, dass das neue Microsoft-System tatsächlich einfach nur “Windows 7″ bzw. “Windows Seven” heißen soll. Nun sind die ersten Details bekannt und Microsoft hat sein neues System in einer Präsentation vorgestellt. Hier möchte ich einen kleinen Einblick in die nächste Windows-Generation liefern.
Natürlich stammen alle Informationen aus der Microsoft-eigenen Präsentation. Was hier teilweise wie Werbesprüche wirkt ist demnach auf die Quelle zurückzuführen. Sollte alles so funktionieren, wie es angekündigt wurde, macht es auf jeden Fall Lust auf mehr.
Neue Taskleiste
Dem Homeuser fallen natürlich zunächst die Änderungen an der grundsätzlichen Bedienoberfläche auf. Beispielsweise wird die Taskleiste komplett neu designed. Programme werden lediglich als Icons dargestellt, die per Mouseover eine Vorschau der offenen Programmfenster und -tabs anzeigen. Innerhalb dieser Vorschau kann man ebenso per Mouseover das jeweilige Programm nach “oben” holen, d.h. während die Maus über der Vorschau verweilt wird das vollständige Programmfenster eingeblendet. Per Klick landet man dann in der gewünschten Applikation. Über einen Rechtsklick können zusätzliche Optionen aufgerufen werden, wie die zuletzt geöffneten Dokumente. Ist z.B. Word bereits geöffnet, kann man bequem über die Taskleiste ein zuvor geschlossenes Dokument wieder aufrufen.
Neues Fenstermanagement
Endlich können Fenster quasi “systemseitig” durch eine Bewegung an den Bildschirmrand dort angedockt werden. Platziert man so ein Dokument an der rechten Bildschirmseite, kann man ein zweites Dokument daneben anordnen, so dass sich z.B. beide Programme jeweils die Hälfte des Screens teilen. Was viele Programme, die im “Inneren” mit mehreren Fenstern arbeiten, schon lange vormachen kann nun also auch das System selbst.
Ausweitung der Desktopsearch
Die integrierte Suchfunktion soll zukünftig eine viel größere Rolle spielen. Öffnet man seinen “Dokumente”-Ordner, erscheint nicht nur der lokale Inhalt – vielmehr kann man viele Medien (Wechselplatten, USB-Sticks, etc.) hinzufügen und bekommt eine einzelne Ansicht für alle Dokumente, die natürlich nach weiteren Kriterien gefiltert werden kann. Hier sollen auch Freigaben im Netzwerk einbezogen werden.
Verbesserte Hardwareunterstützung
Insbesondere externe Hardware soll besser in das System integriert werden. Egal ob es sich um einen Netzwerkdrucker oder um ein lokal angeschlossenen Organizer handelt – alle Geräte sind direkt und lokal verwendbar. Ein Dokument soll sich so ganz leicht auf der Organizer, aber auch an den Netzwerkdrucker senden lassen. Ganz so, als würde es sich um systemzugehörige Hardware handeln.
Optimierung des Heimnetzwerkes
Auch die Einrichtung und Verwendung von Heimnetzwerken soll deutlich einfacher werden, was nicht zuletzt durch die Desktopintegration von Dateien und Hardware (siehe oben) ermöglicht wird. Übrigens sollen auch Notebooks mehr Beachtung finden: Abhängig davon, ob ich mich zu Hause oder im Firmennetz befinde, wählt Windows 7 beispielsweise direkt den richtigen Drucker als Standarddrucker. Ständiges Wechseln oder manuelles Auswählen entfällt so endlich.
Desktop-Gadgets statt Sidebar
Die aus Vista bekannte Sidebar fällt weg. Stattdessen können die Gadgets (von Systemauslastung über RSS-Feeds bis zur Wettervorhersage) direkt und frei auf dem Desktop platziert werden.
Vereinfachte Theme-Nutzung
Auch in Puncto Desktopanpassung soll einiges geschehen. Laut den Aussagen auf der Live-Präsentation passen mehr als 95% der Windowsnutzer ihren Desktop an ihre eigenen Wünsche an. Hierauf geht Microsoft ein und möchte das Handling von Themes stark vereinfachen und damit insbesondere den Austausch von Themes erleichtern. Zudem können ausgewählte Farbgebungen sogar Einfluss auf den Desktophintergrund nehmen.
Neue Toolbars – Ribbons für alle
Die in der neusten Office-Version eingesetzten Ribbons sollen nun in allen Windows-Apps zur Verfügung stehen, also auch den Klassikern wie Paint oder Wordpad.
Touchscreenunterstützung
“Touch” wird ein großes Schlagwort. Grundsätzlich könnte man sagen: Windows 7 macht den PC zu einem riesigen iPhone. Das System selbst unterstützt die vollständige Steuerung über den Touchscreen (auch wenn die verwendete Applikation nicht dafür ausgelegt wurde), d.h. man kann die Fenster anordnen, durch ein Dokument scrollen oder dieses zoomen. Genauso, wie man es per Maus gewohnt ist. Zudem werden wichtige Elemente vergrößert (z.B. Abstände in Kontextmenüs) um diese leichter mit den Fingern bedienbar zu machen. Unterstützt ein Programm die Touch-Features von sich aus, sind zudem (wie im natürlich integrierten Internet Explorer 8 ) Mausgesten u.ä. möglich.
Größeres Augenmerk auf Live-Angebote
Das “Microsoft Live”-Angebot ist quasi Microsofts Einstieg in den großen Onlinemarkt (z.B. über den Maildienst), findet derzeit aber (vom ehemaligen MSN-Messenger abgesehen) kaum Beachtung. Windows 7 soll diese Dienste besser integrieren und somit auch populärer machen. Sicherlich ist dies auch als Angriffsplan gegen Google zu betrachten.
Technik
Golem.de liefert zudem noch ein paar technische Details: Windows 7 soll grundsätzlich als 64bit-System erscheinen, aber auch in einer 32bit-Version erhältlich sein. Probleme mit Treibern und Software werden nicht befürchtet, da Windows 7 auf dem Vista bzw. Server 2008-Kernel aufbaut – es sei denn, die Software arbeitet sehr systemnah. Außerdem soll Windows 7 nicht so ressourcenhungrig wie Vista ausfallen.
Video
Ebenso via Golem.de kann die gesamte Microsoft Live-Demo mit Julie Larson-Green (Corporate Vice President, Windows Experience) mit etwas mehr als 18 Minuten Länge angesehen werden:
Ich bin gespannt – das Video macht definitiv Appetit. Mal sehen, ob Windows 7 die hohen Erwartungen im Gegensatz zu Vista erfüllen kann. Ausprobieren werde ich es sicherlich, aber ob es mein derzeitiges heimisches Produktivsystem (Ubuntu), mein derzeitiges auf der Arbeit verwendetes System (Windows XP) oder doch nur mein privates Spielesystem (Vista) ablösen kann, wird sich wohl erst Ende 2009 oder Anfang 2010 zeigen. Immerhin ist die erste Beta (bei der ausgegebenen Version handelt es sich um eine Pre-Beta für Entwickler) schon für Anfang 2009 angekündigt.
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