Teleskoptext – Die etwas andere Klickstrecke

18.09.2008 von André Bräkling
t3n Social News  

Stefan hat mich per Trackback in meinem Klickstreckenbeitrag auf eine andere Variante der Klickstrecke aufmerksam gemacht: I made tea. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Teleskoptext, der via JavaScript gesteuert wird. Einzelne Textbestandteile sind grau unterlegt. Durch einen Klick auf diese Bestandteile wird der Text um zusätzliche Informationen erweitert.

Das Prinzip ist eigentlich sehr simpel. Somit stellt sich nur noch die Frage: Wie sinnvoll ist eine solche Anwendung im “Alltagsweb”? Beispiele, in denen man Teleskoptexte einsetzen kann, sollte es genügend geben. Man findet so etwas ja auch schon zum Einblenden von Details. Auch einige Blogs nutzen es, damit durch einen Klick auf den Mehr-Link nicht die Seite neu geladen werden muss. (Hinzu kommen noch Anwendung mit Ajax, was jetzt aber zu weit führt.) Mir geht es an dieser Stelle eher um “richtige” Texte.

Ich greife einfach mal einen Abschnitt aus meinem letzten Spore-Text auf:

Bisher sorgte Spore dadurch für Unmut, dass es nur auf max. drei unterschiedlichen Rechnern installiert werden kann. Darauf folgten massive Proteste der Spieler, u.a. durch Unmengen schlechter Bewertungen bei Amazon.

Dies ist eine kurze Einleitung in das Thema, die Lesern ohne Hintergrundwissen die notwendigen Informationen liefert. (Im Original ist sie noch durch Links ergänzt.) Jemand, der bereits mit dem Thema vertraut ist und somit nur die wirkliche Neuigkeit erfahren möchte, erhält jedoch zunächst einen Haufen redundanter Informationen. Als Teleskoptext könnte der Abschnitt so aussehen:

Spore sorgte zuletzt für großen Unmut. Dies äußerte sich in massiven Protesten der Spieler.

An anderer Stelle des Artikels verwende ich die Abkürzung “DRM” gefolgt von “(Digital Rights Management)”. Hier bietet sich folgende Alternative an:

Per Patch soll der ungeliebte DRM-Kopierschutz gelockert werden.

Natürlich kann man bei Abkürzungen anstelle eines Teleskoptextes auch wie bisher oft zu sehen zur Wikipedia verlinken, ein Popup mit einem eigenen Wörterbuch öffnen oder per Mouseover einen Infotext in einem Overlay anzeigen. Der Nachteil der Teleskoptexte liegt ganz klar darin, dass die Textstruktur verschoben wird, wodurch der Leser leicht den Faden verlieren kann. Auf der Habenseite verbucht er, dass keine Popups, keine auch manchmal störenden Overlays und kein Aufruf einer weiteren Seite notwendig ist.

Wer sich dafür interessiert, wie so etwas funktioniert (in einer “unschönen” Ausführung um das Prinzip schnell zu zeigen):

<span style="background-color:#CCCCCC; cursor: pointer;" onClick=
 "javascript:document.getElementById('tele1').style.display='inline';"
>
Unmut
</span>
<span id="tele1"
 style="display:none; background-color:#DDDDDD;"
>
,da es nur auf drei verschiedenen Rechnern installiert werden kann
</span>.

Ich persönlich könnte mir den Einsatz von Teleskoptext für Abkürzungen (wie oben gezeigt) vorstellen. Als Textstrukturierungsmittel um lange Textestücke zu verstecken und nur bei Bedarf zu zeigen empfinde ich es als zu umständlich. Dann lieber ein klassischer Link oder doch den ganzen Text zeigen.

Wie denkt ihr darüber?

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Kommentare & Trackbacks

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Stefan Waidele [www]

…jetzt, nachdem Du das so erklärt hast,…

Ich kann mir auch vorstellen, dass man Teleskoptexte für Definitionen einsetzen könnte. Ein Nachteil ist zwar der sich verändernde Lesefluss. Jedoch könnte man Erklärungen von ihrer Einfachen Form her “entdecken”. Komplexe Zusammenhänge können zunächst einfach erklärt werden – bei Bedarf kann der leser selbst bestimmen, in welchen Bereich er noch genauer eintaucht.

Passt zur Diskussion bei Robert Basic, ob die Wikipedia etwas für Kinder ist.

teleskopedia.de und .org sind noch frei :)


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