3D Desktop Concept – Eine neue UI-Dimension

20.08.2009 von André Bräkling
t3n Social News  

Interaktives 3D-Hologramm

Hologramme sind an sich nichts wirklich neues, aber wie wäre es mit dreidimensionalen Hologrammen, die sich auch anfassen lassen? Damit würde das Holo-Schach aus Star Wars Episode IV wortwörtlich in greifbare Nähe rücken. Via BasicThinking bin ich auf einen Entwurf im Blog des Designers “Mac” Funamizu gestoßen, der sich Gedanken über ein dreidimensionales Desktop-Interface gemacht hat.

Inspiriert hat ihn ein Video von einer Präsentation der Universität Tokio auf der Siggraph 2009. Dort zeigten die Forscher ein Holo-Display, das nicht nur 3D-Grafiken darstellt, sondern ebenfalls die haptische Wahrnehmung anspricht. Per Ultraschall kann der Anwender so beispielsweise auf seine Hand tropfenden Regen wahrnehmen, zudem erkennt das Display über angeschlossene Wiimotes (Wii-Fernbedienungen) die Handposition des Nutzers, um die grafische Darstellung anzupassen. Hier das Video:

Der so von der Muse geküsste Designer hat darauf ein Konzept eines haptischen 3D-Hologramm-Desktop für den Mac skizziert. Auf den ersten Blick sieht sein Entwurf aus, wie eine stylische Schreibtischlampe. Genau dies soll die nicht verwendete Hardware auch sein:

3D-Desktop als Schreibtischlampe

Möchte man den Bildschirm nutzen, soll man einen schwarzen Vorhang ausrollen, der kleine Projektoren enthält um ein dreidimensionales Hologramm zu erzeugen:

3D-Desktop einsatzbereit

Um nun beispielsweise ein Fenster zu vergößern, könnte man es einfach an einer Ecke packen und auf die gewünschte Größe ziehen:

3D-Desktop: Fenster langziehen

Witzig ist seine Idee, wie man Objekte löschen könnte. Ein Dokument würde man beispielsweise einfach greifen und zerknüllen:

3D-Desktop: Dokumente zerknüllen

Eine interessante Einsatzmöglichkeit wäre auch eine Art Schreibmaschinen-Modus. Das Dokument der Textverarbeitung kommt dabei sozusagen Zeile für Zeile aus der Tastatur:

3D-Desktop als Schreibmaschine

Natürlich hat “Mac” auch an die klassische Maussteuerung gedacht, denn sicherlich mag niemand permanent mit den Armen vor sich herfuchteln. Drückt man den Körper der Maus nach unten, bewegt sich der Cursor tiefer ins Bild, während er durch Loslassen der Maus wieder in seine Standardposition im Vordergrund rückt:

Maus mit Tiefensteuerung für den 3D-Desktop

Abgesehen von der tollen Qualität der Skizzen finde ich auch diesen Entwurf eines 3D-Desktops sehr gelungen. Natürlich müsste er sich dann aber auch im Praxiseinsatz als tauglich erweisen, denn die gezeigten Interaktionsmöglichkeiten sind wohl eher eine Spielerei. Wer möchte schon die ganze Zeit “in” seinem Bildschirm herumwühlen um Fenster zu verschieben? Und ist der geneigte Blickwinkel auf ein virtuelles Schreibmaschinenblatt nicht ein ergonomischer Rückschritt? Wäre die Bedienung der Cursortiefe via Klick auf den Mauskörper wirklich sinnvoll?

Dennoch ist der Entwurf wirklich beachtenswert, zumal es ja viele sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für ein wirklich dreidimensionales Bild gäbe, insbesondere wenn auch das Greifen möglichst authentisch simuliert wird. Immerhin hat man in Tokio schon einen großen Schritt in eine solche Richtung gemacht. Sollte die endgültige Lösung so chic sein, wie sie von “Mac” präsentiert wird, dann hätte ich sicherlich nichts dagegen.

Was denkt ihr darüber?

Bildhinweis: Bei den gezeigten Grafiken handelt es sich um komprimierte Versionen der Entwürfe von “Mac” Funamizu. In voller Qualität findet ihr diese und einige weitere Grafiken, die alle unter einer CC-Lizenz stehen, auf seinem Blog. Bei der Kopfgrafik handelt es sich um eine leicht vergrößerte und anschließend zugeschnittene Fassung einer dieser Grafiken.

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blogomatic.de » Blog-Archiv » Von der Technik von morgen, oder: was unsere Enkel mal selbstverständlich finden.

[...] Die Frage sich mir jetzt stellt ist: werden unsere Kinder oder Enkelkinder mal genauso ungeduldig uns erklären, was wir unseren Eltern und Großeltern jetzt klarzumachen versuchen? Nämlich, dass e-Mails kein Geld kosten, auch auf Hallig Hooge ankommen, dass Strg+C+V schneller geht als drölfmillionen Rechtsklicks oder dass man prinzipiell keine Angst haben muss irgendwas anzuklicken? Wird Trial and Error bei vollständig anderer Bedienweise auch für uns selbstverständlich sein? (ähnliche Gedanken hegt Bräkling) [...]


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