Natural User Interfaces
03.03.2010 von André BräklingSpätestens seit Einführung des Microsoft Surface und der Vorstellung von Project Natal sollte bekannt sein, dass man bei der Entwicklung neuer Interaktionsformen unbedingt mit Microsoft rechnen muss. Auf dem Microsoft Techfest 2010 wurden nun einige Entwicklungen aus der Kategorie der Natural User Interfaces (NUI) vorgestellt, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
Die klassischen Graphical User Interfaces (GUIs) sollten die vorherigen Command Line Interfaces (CLIs) zugänglicher machen, d.h. “Interna” des Systems wurden z.B. mit der mittlerweile üblichen Desktop-Metapher vermittelt. Nutzer verwalten dadurch Dokumente innerhalb von Ordnern, statt Dateien innerhalb von Verzeichnissen. NUIs sollen noch einen Schritt weitergehen und den Computer weitgehend unsichtbar machen. Das System soll also möglichst intuitiv bedient werden, ohne das seine einzelnen Elemente in Erscheinung treten.
Microsofts Forscher setzen dazu auf sogenanntes Body Computing. Das bedeutet, dass der Körper selbst zum Eingabegerät wird. Ein erstes Beispiel sind physiologische Sensoren, die an den Arm angebracht werden und einzelne Fingerbewegungen registrieren können. Im folgenden Demo-Video nutzt Desney Tan diese Technik, um ohne Gitarren-Controller eine Partie Guitar Hero zu spielen. Anschließend zeigt Dan Morris, wie der menschliche Arm mit Hilfe des Systems zu einem Eingabegerät wird. Er steuert den Computer einfach dadurch, dass er mit den Fingern der linken Hand auf den rechten Arm tippt.
Hier das bei Golem.de gehostete Demo-Video:
In eine andere Richtung geht zumindest auf den ersten Blick das Konzept des Mobile Surface. Man kann es sich als eine Art tragbaren Mini-Surface vorstellen, der quasi überall ein Touch-System verfügbar macht. Dazu besteht es aus einem Mobile Device, einem Projektor zur Darstellung des Bildes und einer Kamera, die die Bewegungen des Nutzers registriert. Das zugehörige Beispielvideo zeigt Chunhui Zhang, wie er die Tischplatte als Schlagzeug verwendet. Zusätzlich zeigt er eine weitere Möglichkeit dieser Technik: Indem man eine einfache “Fläche” über eine projezierte Karte bewegt, kann das System auf diese Fläche Detailinformationen zum darunterliegenden Kartenteil projizieren.
Auch dieses Microsoft-Video hat Golem.de gehosted:
Kombiniert man beide Techniken, so kann man z.B. Bedienelemente direkt auf den Arm projizieren und damit einen Computer vollkommen ohne zusätzliche Eingabemedien bedienen. Weitere Details und auch ein Bild von auf den Arm “geworfenen” Bedienelementen findet ihr auf der Microsoft Research Webseite. Außerdem erfahrt ihr dort auch noch etwas über das Project Gustav, das realisitisches Malen am Computer ermöglichen soll.
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