Grafik-Export aus PowerPoint mit 307 dpi

Mittlerweile habe ich es schon häufiger erlebt, dass für eine Publikation Grafiken verwendet werden sollten, die zuvor in PowerPoint erstellt wurden. Während die Folien in einer Präsentation auf dem Bildschirm oder via Beamer einen hervorragenden Eindruck machen, folgt beim Druck schnell die Ernüchterung. Denn leider verwendet der Grafik-Export von PowerPoint grundsätzlich eine Auflösung von 96 dpi, die für Druckvorhaben in der Regel unzureichend ist. Glücklicherweise bedeutet dies nicht, dass man nun alle eigentlich bereits vorhandenen Grafiken für ein Buch, eine Broschüre oder ein sonstiges Print-Produkt komplett neu erstellen muss. Stattdessen kann man die Auflösung mit einem kleinen Griff in die Registry hochschrauben und anschließend doch auf das PowerPoint-Material zurückgreifen. Voraussetzung ist eine PowerPoint-Version ab 2003.

Wieso Microsoft nicht einfach eine passende Konfigurationsmöglichkeit im Programm selbst anbietet, weiß man vermutlich nur in Redmond. Eine Anleitung zur Änderung der Auflösung findet sich aber auch schon auf Microsofts Support-Webseite – das Problem ist offenbar schon länger bekannt. Jammern hilft aber nichts, also muss die Konfiguration eigenhändig angepasst werden.

Zunächst muss man den Registrierungs-Editor starten. Dazu klickt man einfach auf Start → Ausführen und gibt im folgenden Dialog regedit. Per Klick auf Ok wird nun der Editor gestartet. Ab hier ist Vorsicht geboten, denn falsche Einstellungen in der Registry können im schlimmsten Fall eine Neuinstallation von Windows erforderlich machen.

Auf dem Weg zu den PowerPoint-OptionenAuf der linken Seite ist nun eine Art Verzeichnisbaum zu sehen. Dort muss der passende Bereich für PowerPoint geöffnet werden: HKEY_CURRENT_USER → Software → Microsoft → Office → 14.0 → PowerPoint → Options. Die Versionsnummer (hier: 14.0) kann natürlich abweichen, z.B. 12.0 für PowerPoint 2007.

Sobald Options ausgewählt ist, muss dort ein neuer Eintrag erstellt werden. Dazu klickt man auf Bearbeiten → Neu → DWORD-Wert. Der Name des neuen Eintrags muss ExportBitmapResolution lauten. Sobald er angelegt wurde, kann ein Wert festgelegt werden. Dazu klickt man ihn in der rechten Ansicht an und wählt dann Bearbeiten → Ändern. Im Feld Wert kann jetzt die gewünschte Auflösung eingetragen werden.

Neue Export-Auflösung für PowerPointWie schon zu Beginn erwähnt, ist die Default-Einstellung 96 dpi. Für den Druck sollten es zumindest 300 dpi sein, der Maximalwert für PowerPoint liegt bei 307 dpi. (Werden höhere Werte eingegeben, verwendet PowerPoint automatisch diesen Maximalwert.) Die gewünschte Auflösung (im Zweifel gleich 307 dpi) schreibt man einfach als Zahl ohne Einheit in das Feld Wert, Basis bleibt einfach auf Dezimal stehen. Nun noch mit Ok bestätigen, den Registrierungs-Editor starten und nach dem nächsten Start von PowerPoint sind auch exportierte Grafiken ernsthaft zu gebrauchen.

3 thoughts on “Grafik-Export aus PowerPoint mit 307 dpi

  1. Ich nutze Open Office, da gibt es zum Glück dieses Problem nicht, dafür andere. Aber Dein Post hat mich gerade inspiriert mich mal wieder mit den Office Paketen und Lizenzen zu beschäftigen… Wieder ein wenig schlauer geworden!

  2. „Wieso Microsoft nicht einfach eine passende Konfigurationsmöglichkeit im Programm selbst anbietet, weiß man vermutlich nur in Redmond.“

    Ich fürchte, das Hauptproblem ist, dass das genau nicht der Fall ist.

  3. Danke für den Tipp hatte kürzlich exakt das Problem das alle Grafiken nach dem Export scheiße ausgesehen haben. Ist jetzt ein riesen Unterschied zwischen 96 und 307 dpi. Danke!

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