Kurzzeitgedächtnis und Webdesign – Anregungen

Das Thema Kurzzeitgedächtnis hatte ich schon länger auf meinem Radar, aber der aktuelle Beitrag in Jakob Nielsen’s Alertbox hat mich endlich dazu gebracht dieses Thema auch umzusetzen. In seinem Beitrag gibt der Usability-Meister auch gleich ein paar Anregungen für’s Webdesign, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Ladezeit
Wer kennt das heutzutage nicht? Man klickt auf einen Link und die Webseite lädt ewig. Also beschäftigt man sich mit den anderen, offenen Tabs… und weiß bei der Rückkehr nicht mehr, weshalb man den Link überhaupt angeklickt hatte. Webseiten sollten deshalb schnell laden, damit der Nutzer möglichst direkt den gewünschten Inhalt betrachten kann. Übrigens helfen die Google Webmaster-Tools mittlerweile dabei, die Ladezeit auch im Vergleich zu anderen Seiten zu untersuchen. Jaaaa… auch Braekling.de hat hier Nachholbedarf – ist bekannt 😉

Linkfarbe
Vielen Designern ist es ein Dorn im Auge, dass Links nach einem Klick plötzlich anders eingefärbt sein sollen. Aber es macht durchaus Sinn: Der User muss sich nicht merken, welche Seite er schon besucht hat. Helft den Nutzern dabei, Umwege durch nicht erkennbare, bereits besuchte Links zu vermeiden!

Produktvergleich
Vergleichsmöglichkeiten zwischen einzelnen Produkten werden in Shops meist noch stiefmütterlich behandelt. Es sollte einem Nutzer möglich sein auf einer Produktseite bereits die Unterschiede zu ähnlichen Produkten zu erkennen. Noch besser wäre es, wenn er schon in einer Kategorie-Übersicht die Unterschiede klar wahrnehmen könnte. Sobald er sich aber einzelne Informationen merken muss, um z.B. über die Zurück-Funktion des Browsers zu einem anderen, vergleichbaren Produkt zu gelangen (oder selbst wenn er zwischen einzelnen Tabs wechseln muss), kann ihn dies überfordern. Dies gilt besonders dann, wenn der Nutzer „fachfremd“ ist.

Gutschein-Codes
Weihnachtszeit ist Gutscheinzeit. Aber wieso müssen die meisten Gutscheine auf der Bestellseite manuell eingegeben werden? Selbst wenn der Gutschein-Code rech einfach ist („Weihnachten09“), so wäre es doch eine deutliche Erleichterung für den Nutzer, wenn er diesen nicht merken oder „copy&pasten“ müsste, sondern wenn der Gutschein beim Anklicken eines Links (z.B. Werbebanner oder Newsletter) automatisch im Warenkorb vermerkt wird. Ein weitere Vorteil wäre, dass Kunden ohne Gutschein nicht durch ein Feld „Hier Gutscheincode eingeben, falls vorhanden“ irritiert werden.

Hilfe-System
Es ist toll, wenn ein Nutzer auf jeder Seite mit einem Klick die Hilfe oder FAQ einer Webseite erreichen kann. Sinn macht dies aber nur, wenn die gezeigten Inhalte auch kontextbezogen sind. Klickt der Nutzer auf einer Bestellseite auf „Hilfe“, so möchte er sich nicht durch unzählige Themen zu seiner eigentlichen Frage durchwühlen, zumal er seine Intention tatsächlich auf dem Weg vergessen haben könnte. Sobald ein Hilfebutton o.ä. angeboten wird, sollte der Inhalt der gezeigten Hilfe auch auf den aktuellen Anwendungsschritt fokussiert sein.

Wer noch mehr über das Thema Kurzzeitgedächtnis und dessen Auswirkungen auf das Webdesign erfahren möchte (Stichwort: Webdesign für Höhlenmenschen) sowie keine Englisch-Phobie hat, sollte unbedingt bei Jakob Nielsen’s Alertbox vorbeischauen und bei Interesse auch seinen Newsletter abonnieren. Es lohnt sich!